Verkehrsunternehmen ermöglichen Zukunft im Fahrbetrieb: Ein Berufsumstieg kennt kein Alter

22.11.2021

Zwei Frauen berichten über ihren Quereinstieg bei Verkehrsunternehmen als U-Bahnfahrerinnen


Eine Welt ohne die Verkehrsunternehmen kann man sich ohne U- und S-Bahnen in Großstädten kaum vorstellen. Lange Wege werden plötzlich machbar, Wohnen im Grünen und Arbeiten in der Stadt werden möglich; Menschen kommen schneller an ihr Ziel und eine vernetzte Mobilität ist schon jetzt durch den öffentlichen Nah- und Fernverkehr umweltfreundlich und bezahlbar, einfach „gelebte Realität“. Ein Beruf im Fahrbetrieb macht deutlich: Erst durch diese wichtige Berufsgruppe werden Distanzen überwunden, rücken Menschen und Ziele zusammen und werden im Minutentakt Destinationen in nah und fern erreicht, Tag und Nacht.

Chancenreicher Quereinstieg im Fahrbetrieb: zwei U-Bahnfahrerinnen im Interview

Ein Blick hinter die Kulissen ist spannend und verdeutlicht, wie chancenreich ein Quereinstieg z. B. als U-Bahnfahrer*in in den Verkehrsunternehmen sein kann. Zwei Gespräche mit U-Bahnfahrer*innen im Cockpit zeigen, welche Beweggründe es gab, aus einer anderen Branche zu den Verkehrsunternehmen zu wechseln. Wir sprachen mit Natascha Langen, die den Quereinstieg bei der Hamburger Hochbahn AG wagte und seit 15 Jahren als „Frontfrau“ der Hamburger U-Bahn unterwegs ist und mit Christiane Bartenbach die sich als Quereinsteigerin für den Job U-Bahnfahrerin bei den Berliner Verkehrsbetrieben qualifizierte.

Krisensichere Zukunft im Fahrbetrieb bei der Hamburger Hochbahn

Ein Neuanfang kann lohnend sein! Natascha Langen entschied sich nach Jahren, ihren Status als Minijobberin endgültig aufzugeben und stattdessen einem krisensicheren Job in Festanstellung zu suchen. Nach der Schließung ihres Arbeitgebers, einem Fotolabor, und der Geburt von zwei Kindern sollte es ein Beruf sein, der einen Wiedereinstieg sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zulässt und später dann eine Vollzeitstelle möglich macht. Im Internet fand sie das Stellenangebot der Hamburger Hochbahn, in Teilzeit Zugfahrer*in zu werden und die Ausbildung dazu gleich in Vollzeit zu absolvieren. Sie bewarb sich für eine Zukunft im Fahrbetrieb und bekam eine Zusage.

Wichtig für Quereinstieg im Fahrbetrieb: Motivation, etwas ganz Neues zu lernen

Bevor man sich als Quereinsteiger*in bewirbt, sollte man sich klar machen, mit welcher Motivation man in einem neuen Berufsumfeld antritt. Natascha Langen rät hierzu:

„Man sollte als Quereinsteiger*in wirklich Lust dazu haben, was ganz Neues zu lernen, denn man muss wirklich vieles erlernen, wie Signale, Vorschriften und auch etwas über die Technik der Züge. Technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein, logisches Denken; und man sollte damit klarkommen, dass man alleine ist und selbständig arbeitet.“

Es war Natascha Langen wichtig, für die damals noch kleinen Kinder da zu sein und schon frühzeitig die Weichen für eine Berufstätigkeit zunächst in Teilzeit mit einer Aufstockungsmöglichkeit auf Vollzeit zu finden. Das Modell im Fahrbetrieb der Hamburger Hochbahn erschien ihr dafür ideal. Es war einfach familienfreundlich, nur donnerstags, freitags und samstags, jeweils tagsüber, zu arbeiten. Die Sonntage gehörten der Familie. Nur zwei von drei Tagen waren in Bezug auf die Kinderbetreuung zu organisieren, das erschien ihr von Anfang an eine gute Lösung zu sein. Mittlerweile arbeitet Natascha Langen in Vollzeit, sie hat nun einen 5/2-Rhythmus, bei dem sie an den Sonn- und Feiertagen frei hat.

Die Frau, die sich traut: was andere darüber denken, wenn eine Frau die U-Bahn steuert

Natascha Langen

Natascha Langen gefällt am Zugfahren, dass sie selbständig arbeiten kann. Sie schätzt das entgegengebrachte Vertrauen der Hamburger Hochbahn in ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. Für einen kollegialen Austausch oder zur Weitergabe von Erfahrungswissen hat sie immer ein offenes Ohr. In all den Jahren hat sie den Quereinstieg nie bereut, sondern arbeitet gerne auf ihrer Position im Fahrbetrieb:

„Die meisten Menschen, die erfahren, dass ich im Fahrdienst arbeite, sind erstaunt und neugierig und finden das ganz interessant, wenn ich erzähle, dass ich ganz vorne sitze. Gleichzeitig sind sie verwundert, wieviel dahintersteckt, wenn man mal was darüber erzählt. Dass „Frau“ sich das traut, das wundert viele. U-Bahn „selbst“ fahren ist eben etwas, was nicht jeder macht!“

Wer wagt, gewinnt: aus der Selbständigkeit in die sichere Festanstellung im Fahrbetrieb bei den Verkehrsunternehmen

„Aufstehen. Loslaufen. Einfach machen!“ Mit diesem Motto spornte sich Christiane Bartenbach, 54 Jahre alt, an, bevor sie eine berufliche Neuorientierung wagte. 19 Jahre war sie die Chefin im eigenen Blumenfachgeschäft in Wandlitz. „Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist ein Knochenjob, vor allem um die Weihnachtszeit“, so Christiane Bartenbach. Ihr wurde mehr und mehr klar, so konnte es auf Dauer nicht weitergehen. Eine berufliche Alternative musste her.

Vor allem Freunde waren beeindruckt von ihrer Überzeugung, nochmals ganz von vorne anzufangen und neu zu denken. So bewarb sie sich als Quereinsteigerin für den Job U-Bahnfahrerin zur Qualifizierung bei den Berliner Verkehrsbetrieben.

Die BVG reagierte schnell auf ihre Bewerbung. Der Bereich U-Bahn lud sie zum Auswahlgespräch ein und ziemlich schnell hatte sie den Job im Fahrbetrieb.

„Ein Neustart ist was anderes, vor allem, wenn man nochmal ganz von vorne anfängt.“ Ich musste mich schon anstrengen“, so Christiane Bartenbach, „denn alle meine Kollegen waren viel jünger als ich und ich die einzige Frau, aber es war auch ein Ansporn, die fünf Monate lange Qualifizierung zur U-Bahnfahrerin durchzuziehen.“ Den Bus-Führerschein mit Anhängerberechtigung setzte sie noch obendrauf. Das macht sie flexibel, so könnte sie auch im Busbereich der BVG arbeiten.

Festanstellung versus Selbständigkeit: Welche Vorteile sprechen für den neuen Job im Fahrbetrieb?

„Ich bin frei und finanziell abgesichert“, betont sie. Das Einkommen sei im Vergleich zur Selbständigkeit gleichgeblieben.

Einen weiteren Vorteil sieht Christiane Bartenbach in der Chance, sich nach einem Berufsumstieg weiterentwickeln zu können und Teil eines Teams zu sein. Das Alter spielt dabei keine Rolle. „Es ist doch nur eine Zahl, die ich im Personalausweis sehe“, sagt sie und lacht.

Die technischen Herausforderungen seien auf jeden Fall machbar: „Vor allem bei Einfahrt des U-Bahnzugs in den Bahnhof ist technische Feinarbeit gefragt, wenn zum Beispiel zur Herbstzeit Laub auf den Schienen liegt oder es mal so richtig nass auf der Strecke ist“, meint Christiane Bartenbach.

Was rät sie anderen Menschen, wenn sie sich in einer beruflichen Sackgasse befinden?

„Einfach Ärmel hochkrempeln und losstarten!“ Ein Berufsumstieg oder Quereinstieg – zum Beispiel in den Fahrbetrieb – ist keine Frage des Alters, sondern der eigenen Einstellung. „Einfach ausprobieren, optimistisch und mutig sein“, rät Christiane Bartenbach. Dann kann ein Neustart auch in einer anderen Branche gelingen, vor allem, wenn der Arbeitgeber, wie die BVG, offen für Menschen jeden Alters ist.“

Haben wir dein Interesse geweckt?

Ein Quereinstieg ist lohnend, ganz gleich, ob ein*e Bewerber*in aus einer anderen Branche und einem anderen Beruf kommt. Der Einstieg als U-Bahnfahrer*in bei den Verkehrsunternehmen ist chancenreich.

Wie du mit deiner Bewerbung als Quereinsteiger*in Erfolg hast, zeigen dir diese Tipps eines Karrierecoachs.

Erfahre auf unserem Karriereportal mehr über das Berufsbild Straßenbahn- und U-Bahnfahrer*in und über die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb.

Wir gestalten Zukunft und brauchen Talente wie dich.

Eine Bewerbung als Berufseinsteiger*in oder Berufsprofi lohnt sich, denn die Verkehrsunternehmen suchen fortlaufend Expert*innen jeden Alters für neue Projekte. Entdecke deine Berufschance in unserem Stellenmarkt und finde den passenden Job für dich!

Bewirb dich bei den Verkehrsunternehmen, wir freuen uns auf deine Bewerbung!

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