Als Azubi durchstarten: Deutschlands jüngste Busfahrerin und ihr Ausbilder über den Berufseinstieg bei den Verkehrsunternehmen

18.10.2022

Im Landkreis Eichsfeld und Teilen des Landkreises Unstrut-Hainich gibt es einiges zu entdecken. Menschen aus nah und fern kommen gerne und erleben in dieser Region atemberaubende Wander- oder Radtouren, eine Weite in der Natur und zahlreiche Fachwerkbauten rund um die Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt. Damit all diese außergewöhnliche Touren möglich werden, bietet das regionale Verkehrsunternehmen am Ort, die EW Bus GmbH mit Sitz in Leinefelde seinen Fahrgästen z. B. den GenussBus oder WanderBus an. Insgesamt 30 Regionallinien auf 1.000 Kilometern Länge mit rund 600 Haltestellen fahren u. a. auch die Städte Heilbad Heiligenstadt und Leinefelde-Worbis im Stadt- und Landkreis Eichsfeld an. Für dieses umfangreiche ÖPNV-Fahrangebot sucht die EW Bus GmbH als Verkehrsunternehmen Jahr für Jahr qualifizierte, serviceorientierte Busfahrer*innen. Dafür legt die EW Bus GmbH bei der Ausbildung von Busfahrer*innen viel Wert auf Fahrsicherheit und einen hohen Dienstleistungsgedanken gegenüber Fahrgästen.

Kompakte Ausbildung zum/zur Busfahrer*in: Unterstützung und Motivation von Anfang an

Klaus Kirchner
Klaus Kirchner

Klaus Kirchner, Ausbilder bei EW Bus GmbH, ist offen für einen frühen Berufseinstieg. „Wir stellen die Leute ein, wenn sie den Busführerschein machen können, das kann schon sehr früh sein. Die Führerscheinprüfung kann zum 18. Geburtstag, bzw. kurz davor absolviert werden. Das heißt also, dass sie nicht zwingend im 3. Lehrjahr sein muss. Da sind auch die erforderlichen 90 Stunden Theoriestunden und Praxisfahrten für die IHK-Prüfung mit drin. Uns ist es wichtig, dass sich die jungen Auszubildenden, die bereits mit 16 Jahren beginnen können, in punkto Fahrsicherheit gut begleitet fühlen, das geschieht durch eine entsprechende Bus-Einweisung und durch die enge Begleitung ihres Lehrfahrers (einem Verkehrsmeister, Fahrmeister oder durch mich) „auf ihrem Bus“. Unsere Busfahrer*innen fahren „umlaufend“, d. h. sie müssen sich im Landkreis Eichsfeld u .a. die knapp 600 Haltstellen einprägen, das braucht Zeit. Die jeweiligen Lehrfahrer begleiten und motivieren in der gesamten Ausbildungsphase hindurch und machen die Auszubildenden auch sicher im Umgang mit den Kund*innen. Das ist uns in Bezug auf die Sicherheit, Verantwortung und Qualität gegenüber unseren Kund*innen mit das Wichtigste.

Wir wollen allen einen guten und sicheren Arbeitsplatz bieten, deshalb investieren wir in die Ausbildung! Das gilt im Übrigen auch für unsere Auszubildenden, die aus dem Ausland kommen und parallel zur Ausbildung mit unserer Unterstützung daran arbeiten, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, um so gut durch die Prüfung zu kommen.“

Was die Mitarbeitenden schätzen: familiäre und familienfreundliche Gemeinschaft im Fahrdienst

Klaus Kirchner betont: „Busfahrer*in bei uns, das ist nicht nur eine Nummer. Wir kommen auf etwa 115 Busfahrer*innen bei EW Bus und kennen die kompletten Familienhintergründe. Bei uns kennt sich jeder noch mit Vornamen, es geht bei uns familiär zu. Auch wenn es darum geht, auf die Belange des Einzelnen einzugehen, wenn z. B. ein Ehepaar Kinder bekommt, arbeiten wir an einer abgestimmten Schichtplanung, die für alle Seiten machbar ist. Wie in einer Familie leben wir in unserem Unternehmen auch eine Hilfsbereitschaft. Gerade wenn es darum geht, die letzten Hürden für die Prüfung als Busfahrer*in zu nehmen, da unterstützen wir jeden Azubi firmenseitig ganz intensiv.“

„Mir war schon früh klar, was ich wollte“, erzählt die jüngste Busfahrerin Deutschlands

Lara Kullmann
Lara Kullmann

Lara Kullmann, 18, ahnte schon zu Schulzeiten, dass sie einmal Busfahrerin werden wollte.

„Mein Einstieg als Busfahrerin, das war für mich eigentlich schon klar, als ich mich im Schulbus ganz nach vorne gesetzt habe, um den kompletten Überblick zu haben. Ich fand interessant, was der Fahrer macht und wie sich das Fahrzeug fahren lässt. Für mich gab es von Anfang an den Wunsch, einmal Busfahrerin zu werden. Dann habe ich mich bei EW Bus einfach beworben und es hat sofort funktioniert, ich bekam die Zusage für eine Ausbildung zur Busfahrerin.
Für einen Start im Fahrdienst sollte man Selbstvertrauen und eine innere Ruhe haben, denn man muss ja auch bereit sein, Verantwortung zu tragen. Alle, die beruflich als Busfahrer*in einsteigen, sollten auch technisches Interesse haben. Sie sollten wissen, wie die Technik in groben Zügen funktioniert. Das ist wichtig, um auch der Werkstatt zu signalisieren, wenn vorne links „was klappert“, was es sein könnte, entweder der Reifen oder der Querlenker. Ich war fast ein Jahr in der Werkstatt und habe dort viel gelernt und wurde dort von Anfang an anerkannt. Weil ich so jung war, gab es für mich von Anfang an das begleitete Fahren, auch auf dem PKW, mit meinem Ausbilder. Das hat mir Fahrsicherheit und ein eindeutiges Gefühl dafür gegeben, worauf ich achten muss.

Wenn die Kund*innen in meinem Bus einsteigen, freuen sie sich, dass sie eine junge Busfahrerin sehen, da habe ich nur Gutes erlebt. Auch die offene Arbeitsatmosphäre im Betrieb macht mir Spaß.“

Wie gelingt ein Berufseinstieg unter 18 Jahren zum/zur Busfahrer*in, was lernt man in der Ausbildung?

Klaus Kirchner beschreibt, wie ein Berufseinstieg im Fahrbetrieb funktioniert und welche Stationen durchlaufen werden. „Bei uns dauert eine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb 3 Jahre. Mit 16 Jahren kann es bereits losgehen, man startet mit dem begleitenden Fahren. Das ist wichtig, um Tipps und Tricks im Straßenverkehr mitzunehmen. Auszubildende sind mindestens ein halbes Jahr bei uns in der Leitstelle und werden dort ordentlich angelernt. Sie beantworten in dieser Phase schon Kundenanfragen zur Linie mit Fahrplanauskünften. Da geht es um ein Verstehen, Reindenken und Umsetzen, auch in Verbindung mit Fundbüroanfragen der Fahrgäste. Es geht einfach darum, alle Prozesse zu verstehen, deshalb schicken wir unsere Auszubildenden auch einen Monat in die Fahrplanplanung, dem Kerngeschäft für alles andere. Dort lernen sie die Auslastung der Busse richtig einzuschätzen und was man dafür braucht, um einen Fahrplan richtig erstellen zu können. Ein Auszubildender bei EW Bus befindet sich drei Wochen lang in der Praxisphase und hat dann eine Woche Blockunterricht in der Berufsschule. Nach 2,5 Jahren erfolgt eine Zwischenprüfung mit Theorieteil zu bestimmten Lernfeldern, parallel zum Praxisteil. Als Ausbilder fühle ich mich mitverantwortlich, d. h. ich gebe Lehrlingen auch eigene Aufgaben, wenn ich merke, dass der ein oder andere nicht mitkommt.

Menschen mit Migrationshintergrund haben bei uns eine Chance, da haben wir gute Erfahrungen gemacht, auch in Verbindung mit einer Ausbildung zum/zur Kfz-Mechatroniker*in für unsere Werkstatt. Die Voraussetzung ist allerdings, dass internationale Bewerber*innen halbwegs gut Deutsch, d.h. auf dem  Sprachniveau B1/B2 sprechen können. Die Ausbildung geht dann Hand in Hand mit einem parallelen Sprachlehrgang, das ist uns wichtig.

Entscheidend ist bei Migranten, dass die Theorie, auch mit entsprechenden Deutschkenntnissen gut aufgenommen werden kann und im Fahrdienst den Kundenservicegedanken aufrechterhalten wird. Wir sind hier im „Ländlichen“, d. h. bei uns wollen die Fahrgäste – von der Schülerin bis zur Omi – noch mit dem/der Busfahrer*in kommunizieren. Integration ist für uns wichtig, denn wir wollen, dass sich jeder Mitarbeitende bei uns wohlfühlt und in dem was er/sie tut, aufblüht.“

Wie kann es nach einer Ausbildung als Busfahrer*in beruflich weitergehen?

Sowohl bei EW Bus als auch bei anderen Verkehrsunternehmen kann die Ausbildung als Busfahrer*in bei entsprechenden Leistungen verkürzt werden. Nach einem mehrjährigen beruflichen Einsatz im Fahrdienst erfolgt dann die Weiterqualifikation zum/zur „Kraftverkehrsmeisterin“. Mit dem Abschluss zum/zur Kraftverkehrsleiter*in erhält man eine Einsatzleitungsfunktion und hat in seiner/ihrer Schicht die Verantwortung für einen reibungslosen ÖPNV-Ablauf.

#mehrbewegen. Was für einen Einstieg bei den Verkehrsunternehmen spricht

Eine Ausbildung für einen beruflichen Einsatz im Fahrbetrieb kann ein idealer Einstieg bei den Verkehrsunternehmen bundesweit sein, und zwar in nahezu jedem Alter. Willkommen sind junge Berufseinsteiger*innen ebenso, wie Quereinsteiger*innen mit Berufserfahrung aus anderen Berufsfeldern, die Lust auf etwas beruflich Neues haben. Die Verkehrsbranche als sinnstiftende, sicherere und umweltfreundliche Wachstumsbranche bietet jede Menge Berufsoptionen, sowohl durch eine Ausbildung als Busfahrer*in, in einer Weiterqualifikation zum/zur Kraftverkehrsmeister*in oder auch in anderen Berufsfeldern. Mach dich schlau! Über 70 Berufsbilder findest du in unserem Berufsverzeichnis. Wenn du wissen willst, was unsere Branche ausmacht, wofür wir stehen und welche Sparten es gibt, dann erfährst du mehr dazu auf unseren Branchenseiten.

Eine Bewerbung als Berufseinsteiger*in oder Berufsprofi lohnt sich, denn die Verkehrsunternehmen suchen fortlaufend Expert*innen jeden Alters. Entdecke deine Berufschance in unserem Stellenmarkt und finde den passenden Job für dich! Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

Das könnte dich auch interessieren:

Neuer E-Bus-Sound für Deutschland

Neuer E-Bus-Sound für Deutschland

14.07.2022

Wie aus einer EU-Vorgabe eine griffige und tragfähige Lösung „Made in Germany“ wird, zeigt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit seinen Partnern und beweist damit ein Stück Mobilität der Zukunft. Der VDV entwickelte mit Partnern einen E-Bus-Sound, der außerhalb der Fahrzeuge, vor allem an Haltestellen bei der An- und Abfahrt, gehört werden kann.

Der Wandel der Arbeitswelt: Was bleibt, was kommt, was brauchen wir?

Der Wandel der Arbeitswelt: Was bleibt, was kommt, was brauchen wir?

12.11.2021

Wenn man Expert*innen für Arbeitswirtschaft und Organisation oder Soziologie fragt, dann wird ganz deutlich: der Wandel der Arbeitswelt ist in vollem Gange. Das „New normal“ nach der Pandemie wurde schon jetzt geprägt von einem Digitalisierungsschub und neuen Denkwegen in Organisationen, ganz gleich welcher Branche und Größe.

Digitales Pilotprojekt geht an den Start: Mehr Prozessgeschwindigkeit durch digitalen Rangierbetrieb

Digitales Pilotprojekt geht an den Start: Mehr Prozessgeschwindigkeit durch digitalen Rangierbetrieb

30.08.2021

Stell‘ dir vor, jede Lokomotive von Güterzügen hat eine Kamera als „zweites Auge“ und liefert hochauflösende Bilder, aus denen Rangierer*innen am Monitor erkennen können, ob alle Waggons, Druckluftschläuche oder Kupplungsteile intakt sind. Utopie oder Realität? Das Arbeitsgebiet eines Rangierers bzw. einer Rangiererin ist vielfältig und umfasst das Sichern von stillstehenden Fahrzeugen, , das Durchführen von Bremstests und das Kuppeln sowie Entkuppeln von Zügen. Diese Aufgaben lassen sich durch die Digitalisierung vereinfachen und erleichtern so die tägliche, auch körperlich schwere Arbeit.

Nachhaltig umdenken: mit Wasserstoffbussen klimaneutral über Land unterwegs

Nachhaltig umdenken: mit Wasserstoffbussen klimaneutral über Land unterwegs

26.07.2021

Dieselbusse gehen auf den Wasserstoff-Trip: Die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG) rüstet serienmäßige Dieselfahrzeuge auf Brennstoffzellen-Technik um. Noch in diesem Jahr will sie auf ihren beiden Nationalpark-Linien zwei Busse ganz ohne CO2-Emissionen einsetzen. Damit hat das Verkehrsunternehmen eine optimale klimaneutrale Antriebsalternative für tägliche Fahrzeugumläufe mit über 300 Kilometern im ländlichen Raum gefunden.

Im ÖPNV nachhaltig mit Bussen „on demand“ unterwegs

Im ÖPNV nachhaltig mit Bussen „on demand“ unterwegs

01.02.2021

Stell‘ dir vor es entsteht ein neues Wohnquartier und lautlose, automatisierte Busse holen dich ab, wenn du sie brauchst… So utopisch ist dieser nachhaltige Gedanke nicht, denn in Mannheim entsteht zurzeit auf dem FRANKLIN-Areal nicht nur ein neues Stadtquartier, sondern auch ein neues Verkehrskonzept. Das frühere US-Kasernengelände wird in Kürze zum Reallabor. Mit einer neuen und umweltfreundlichen Verkehrslösung sollen direkte Wege mit dem RABus ins Stadtzentrum und in die Natur nahtlos und nachhaltig möglich werden.

Bus und Bahn bleiben Motor der Mobilitätswende

Bus und Bahn bleiben Motor der Mobilitätswende

01.02.2021

Trotz Corona-Pandemie: Die Klimaschutzziele der Europäischen Union sind nicht in der Schublade verschwunden. Im Gegenteil. Weitermachen, „Kurs halten”, muss die Devise sein. Das ist zugleich der Titel eines Positionspapiers des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an die Adresse von Politik und Wirtschaft mit der klaren Ansage: „Bus und Bahn bleiben Motor der Mobilitätswende”.